Viele Sträucher in heimischen Gärten haben eigentlich keinen ökologischen Nutzwert. Die beliebte Forsythie etwa hat – bis auf eine einzige Sorte – weder Pollen noch Nektar. Dabei gibt es für Fans schöner Blüten richtig prachtvolle Alternativen für einen insektenfreundlichen Garten. Im allerbesten Fall dienen die Sträucher sogar im weiteren Verlauf des Jahres als Vogelnährgehölz oder zur Ernährung von Kleinsäugern. Hier sind die schönsten insektenfreundlichen Sträucher für deinen Garten oder auch für den Balkon. Einheimische Sträucher sind dabei die beste Wahl, denn sie bieten unserer einheimischen Tierwelt die ideale Lebensgrundlage.

Kornelkirsche.
Während die beliebte Forsythie keinerlei ökologischen Nutzwert vorzuweisen hat, ist die Kornelkirsche ist äußerst wertvoll und eignet sich wunderbar als Ersatz. Bei der Kornelkirsche handelt es sich um ein heimisches Wildgehölz. Vor dem Blattaustrieb zeigt sie im März/April üppige gelbe Blüten, die als frühe Nahrung für Insekten dient. Die Früchte der Kornelkirsche sind essbar und auch für Vögel und Kleinsäuger als Nahrungsquelle geeignet, damit ist sie nicht nur insektenfreundlich. Mit einer Höhe von insgesamt 3 bis 5 Metern ist die Kornelkirsche nichts für den Balkon. Sie wächst aber langsam, so dass sie als junge Pflanze durchaus einige Jahre im Kübel bleiben kann.

Weigelie.
Meist werden einheimische Arten für eine möglichst insektenfreundliche Gestaltung empfohlen. Um jedoch eine größere Bandbreite an Farben und Möglichkeiten zu erreichen lohnt sich durchaus auch ein Blick auf andere Pflanzen, die auch gut mit heimischen Sträuchern und Blumen zusammen passen. Die Weigelie blüht unermüdlich den ganzen Sommer durch und ist in den verschiedensten Farben verfügbar: Weiss, gelb, hellrosa, Pink oder Rot sind bei dieser Gartenschönheit im Angebot. Sie wird etwa 2,50 Meter hoch und eignet sich für mittelgroße oder große Gärten. Insbesondere von Hummeln wird der Strauch gerne angeflogen, die in die. Kelche der Weigelie eintauchen.

Schneeball.
Der Schneeball blüht reichlich im Frühling. Heimisch sind bei uns der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) und der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus). Inzwischen gibt es aber auch den Mittelmeerschneeball oder den Prager Schneeball im Handel zu kaufen. Diese sind immergrün und eignen sich für dichte Hecken mit Blüten, die bei allerlei Insekten sehr beliebt sind. Je nach Sorte gibt es den Schneeball auch in relativ kleinen Größen, die sich für eine Pflanzung im Kübel und damit für Balkon und Terrasse eignen. Die Blütezeit des Schneeballs hängt von der Sorte ab – meist blüht dieser schöne Strauch aber im Frühjahr und er taucht deinen Garten in einen Blütenrausch.

Goldjohannisbeere und andere Beeren.
Die allermeisten Beerensträucher sind insekten- und vogelfreundlich. Die Goldjohannisbeere blüht noch dazu im April und Mai in kräftigem Gelb. Ihre Früchte sind essbar, aber ziemlich sauer. Im Gegensatz zu anderen insektenfreundlichen Sträuchern wie beispielsweise der Heidelbeere kann die Goldjohannisbeere auf unterschiedlichsten Böden gut gedeihen, auch in trockenen Lagen fühlt sie sich wohl. Auch Schatten ist kein Problem für diese Pflanze, genauso wie Halbschatten oder Sonne. Sie ist daher äußerst vielseitig im Garten verwendbar und auch als. Hecke macht sie sich gut. Sie wird bis zu 2,5 Meter hoch und ist daher wenig für einen Balkon geeignet.

Schwarzdorn (Schlehe) und Weißdorn.
Beide Sträucher sind einheimisch und bieten neben Insektenfreundlichkeit auch eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel. Der Weißdorn kann recht groß werden – bis zu 5 Metern, er eignet sich aber auch für einen Rückschnitt. Beide Sträucher eignen sich auch gut als Hecke. Der Schwarzdorn wird bis zu 2,5 Meter groß. Beide Sträucher bilden schöne weiße Blüten – der Schwarzdorn im April/Mai, der Weißdorn etwas später. Die dornigen Gewächse sind auch gute Nistplätze für Vögel, unter dem Strauch fühlen sich Kleinsäuger wohl. Sie sind pflegeleicht, relativ anspruchslos und überstehen wie alle einheimischen Gehölze auch kalte Winter sehr gut. Auf besonders sandigen Böden gedeiht als Alternative auch der Sanddorn gut. Auch der Sanddorn ist ein einheimischer Strauch.

Kupfer-Felsenbirne.
Die Kupfer-Felsenbirne wird gerne als insektenfreundliches Gehölz angepriesen. Aber: Heimisch ist dieses Gehölz nicht. Sie punktet aber mit einer schönen Herbstfärbung und Blüten im April. Sie wächst recht langsam, wird aber bis zu 6 Meter hoch und ist nur für größere Gärten geeignet. Eine einheimische und damit bessere Alternative ist die Gewöhnliche Felsenbirne. Im kleinen Garten bist du mit einer Zwergkirsche (Prunus Fruticosa) besser beraten, denn diese wird nur 1,5 Meter hoch, blüht im April und sie ist ein einheimisches Gehölz mit deutlich höherem Nutzwert als die Kupfer-Felsenbirne. Die Haselnuss ist ebenfalls ökologisch wertvoll, sie bildet eine Lebensgrundlage für sehr viele Raupenarten und ernährt Nagetiere sowie Vögel. Auch die Gewöhnliche Traubenkirsche oder Elsbeere stellt eine gute Wahl dar, die einheimisch und naturnah ist.
Wildrosen.
Wildrosen ziehen Bienen und andere Insekten magisch an, auch wenn sie meist nur ein paar Wochen im Jahr blühen. Als heimische Pflanze dienen die Hagebutten vielen Vögeln, aber auch einigen Säugetieren, in der kalten Jahreszeit als Nahrung. Abgebildet ist hier die Apfelrose. Alternativ kommen auch Bibernellrose, Hundsrose, Feldrose, Filzrose, Rotblattrose, Essigrose oder Zimtrose in Frage. Die Wildrosen haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Ihr dichtes Gehölz ist ein idealer Vogelnistplatz. Apfelrose, Ackerrose und Zimtrose sind zudem auch gut für schattige Standorte geeignet. Die Bibernellrose blüht weiss, wird etwa 1,5 Meter hoch und ist ein echter Rockstar für Wildbienen und Raupen sowie für Vögel als Nistplatz, Winterfutter und Unterschlupf.

Kolkwitzie oder Perlmuttstrauch.
Die Kolkwitzie ist ebenfalls keine einheimische Pflanze und damit nicht ideal für die Ökologie. Ihre üppige zartrosa Blüte im Mai/Juni macht sie aber überaus schön anzusehen und sie ist dennoch eine gute Bienenweide. In ihrer Heimat China gilt die Pflanze als gefährdet. Sie wird bis zu etwa 3 Meter hoch und etwa 2 bis 2,5 Meter breit. Man kann sie aber auch zurück schneiden und damit etwas kleiner halten. Allerdings wird sie ungeschnitten am schönsten, denn erst im ausgewachsenen Zustand bildet sie wunderschöne überhängende Zweige. Die Kolkwitzie gedeiht in der Sonne wie auch im Halbschatten und sie ist pflegeleicht und anspruchslos. Obwohl sie nicht heimisch ist, ist sie äußerst winterhart und übersteht bis zu -28 Grad Kälte. Die Kolkwitzie wird auch Perlmuttstrauch genannt und ist eine Zierde für den Garten.

Holunder.
Der Holunderstrauch ist eher nichts für kleine Gärten – er wird mit etwa 4 Metern zwar nicht sehr hoch, aber wächst stark in die Breite, bis zu 5 Meter sind es üblicherweise. Starkwüchsig kann er bis 70 cm pro Jahr zulegen, manchmal auch mehr. Von ihm profitieren vor allem Raupen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Auch Vögel finden hier eine gute Basis: Die Holunderbeeren werden von über 60 Vogelarten verspeist. Auch für uns Menschen sind sie lecker, als Kuchen oder Saft schmecken sie gut. Vorsicht, Holunderbeeren müssen gekocht werden, bevor man sie isst, die Samenkerne müssen ausgesiebt werden. Als Alternative für den Garten bietet sich zwar auch ein Zwergholunder an, der ist aber giftig und hat einen deutlich geringeren Nutzwert als der gängige Holunderstrauch (Sambucus Nigra, schwarzer Holunder), der oft auf Feldern steht und zu Lebensmitteln verarbeitet wird.

Säckelblume und Bartblume.
Die Säckelblume beschert dem Gartenbesitzer eine blaue Blütenpracht – vom Juni bis in den Oktober. Mit einer Höhe von etwa 1,50 Meter bleibt der Strauch verhältnismässig übersichtlich und ist auch für einen großen Kübel auf dem Balkon geeignet. Insekten wie Bienen mögen den Strauch. Er ist aber nicht einheimisch, sondern stammt aus Amerika. Einigermassen ähnlich sieht auch die Bartblume aus, sie wird aber nur etwa 1 Meter hoch. Sie ist ebenfalls nicht heimisch, zaubert aber blaue Blüten in den Garten, die bei den einheimischen Sträuchern echte Mangelware sind. Die Bartblume wird vor allem gerne von Wildbienen angeflogen. Sie blüht im Spätsommer – im August.
Wenn du Wert auf die Farbe Blau im Garten legst, solltest du dich auch bei den insektenfreundlichen Blumen umschauen, die du mit einheimischen Sträuchern gut kombinieren kannst.

Weiden.
Weidensträucher mit ihren Kätzchen bieten schon im frühen Jahr ausreichend Nahrung für Bienen. Die Ohrweide (auch: Salbeiweide) wird etwa 2 bis 3 Meter hoch und wächst sehr dicht buschig. Sie ist auch als Heckenpflanze gut geeignet. Die Salweide ist sehr insektenfreundlich, wird aber etwas größer als die Ohrweide mit 3 bis 4 Metern Höhe. Sie ist für einen kleinen Garten eher nicht geeignet. Auch die Grauweide bildet Kätzchen, die für Insekten geeignet sind und sie wird bis zu 5 Meter hoch. Die Harlekinweide ist nicht heimisch und daher nur bedingt gut geeignet. Rosmarinweide und Heidelbeerweide sind heimische gefährdete Arten, die eine tolle Insektenpflanze darstellen. Die Heidelbeerweide bleibt dabei sehr klein und eignet sich auch für den Kübel. Weiden sind ein Fest für Raupen, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und auch Käfer.

Spiersträucher.
Spiersträucher gibt es in unterschiedlichen Höhen und Farben. Sie blühen auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Die Brautspiere (siehe Foto) etwa bildet wunderschöne üppig überhängende Blüten im März/April, die weiße Zwergspiere dagegen blüht im Sommer bis in den September hinein. Spiersträucher sind nicht einheimisch und daher bedingt geeignet, sie bieten aber immerhin etwas Nektar und Pollen. Insbesondere Zwergspiere werden nicht allzu groß und eignen sich auch gut für die Bepflanzung eines Balkons. Sie sind in weiß, rosa oder rosa-rot zu haben. Einige Spiersträucher blühen verhältnismäßig lange, während andere nur eine relativ kurze Blütezeit aufweisen. Sie können schön in eine Blütenhecke eingebettet werden, machen sich aber auch in Einzelstellung gut. Am schönsten sind sie aber in der Gruppe. Sie sind pflegeleicht. Spiersträucher sind nicht einheimisch. Lediglich Zwergspiere gedeihen in freier Natur in den Alpen Österreichs.

Strauchwicke.
Die Strauchwicke gehört zu den wenigen sommerblühenden Arten, die einheimisch sind und lange blühen. Von April bis August zeigen sie ihre leuchtend gelben Blüten. Strauchwicken werden etwa 2 Meter hoch, sind vorwiegend in Süddeutschland heimisch und nur noch selten in freier Natur zu finden. Dementsprechend steht diese Pflanze auf der roten Liste gefährdeter Arten. Ganze 57 Wildbienenarten werden von ihr angeflogen. Im Gegensatz zur Staudenwicke handelt es sich hierbei um einen Strauch und nicht um eine Kletterpflanze. Du benötigst also keinen Standort an einem Zaun oder eine andere Kletterhilfe für die Strauchwicke. Sie ist zudem immergrün und damit auch gut als Heckenpflanze geeignet, die nicht übermässig hoch wird. Sie ist anspruchslos und wächst gut auf trockenen und steinigen Böden. Auch die bunte Kronwicke – sie blüht rosa – hat einen hohen ökologischen Nutzwert. Beide Pflanzen locken zahlreiche vom Aussterben bedrohte Wildbienenarten an.
Invasive Arten: Diese Pflanzen sind umstritten.
In vielen Magazinen und Gartenmärkten werden dir Pflanzen angeboten, die nicht als ideal eingestuft werden. Nicht heimische Pflanzen nennt man kurz gesagt Neophyten. Sie sind schwierig, da einheimische Wildtiere oft unsere heimische Pflanzenwelt benötigen. Im ungünstigsten Fall sind solche Neophyten dann auch noch invasiv, d.h. sie verdrängen die einheimische Pflanzenwelt. Wer es sehr streng dabei nimmt, verzichtet komplett auf Neophyten und erst recht auf die invasiven Neophyten. Häufiger allerdings sind gemischte Gärten, die auf einen Mix aus einheimischen Pflanzen und Neophyten setzen.
Typische invasive Neophyten, die für die Ökologie schadhaft sein können, findest du im jedem Bau- und Gartenmarkt: Der beliebte Kirschlorbeer gehört in allen Varianten dazu. In der Schweiz ist der Verkauf von Kirschlorbeer mit dem September 2024 sogar verboten. In der EU dagegen gibt es kein solches Verbot.
Aber auch der Schmetterlingsflieder oder Sommerflieder (Buddleja), der gerne als sehr insektenfreundlich angeboten wird, gehört zu diesen invasiven Arten und ist umstritten. Auch der Flieder beziehungsweise Edelflieder ist ein solcher invasiver Neophyt. Mahonie und Schwarzkiefer sowie die Teppich-Zwergmispel und der Essigbaum gehören ebenfalls zu den invasiven Pflanzen, die du gegebenenfalls lieber sein lassen solltest.
Zwar nicht invasiv, aber dennoch nicht heimisch sind alle Hibiskus-Varianten, sie sind ebenfalls nicht ideal für einen ökologisch wertvollen Garten. Das gilt auch für die Forsythie, die aus Fernost stammt und weder Nektar noch Pollen oder anderen ökologischen Nutzen bietet.

Alpenrose.
Die Alpenrose ist eine Top-Wahl, denn sie ist heimisch und eine sehr wichtige Pflanze für Insekten. Die Wahl hast du dabei zwischen der Rostblättrigen Alpenrose, der bewimperten Alpenrose (Foto) und der Zwergalpenrose. Die Zwergalpenrose wird nur etwa 30 Zentimeter hoch und sie blüht rosa. Die Bewimperte Alpenrose wird bis zu etwa 50 cm hoch und auch die Rostblättrige Alpenrose wird sehr übersichtliche 60 bis 70 cm groß. Alle Arten blühen im Mai, Juni und Juli. Wie der Name schon nahe legt, gedeiht sie vor allem in den Alpenregionen und am Alpenrand, aber auch in Mittelgebirgen. Sie darf eigentlich in keinem Alpengarten fehlen. Insbesondere die kleine Zwergalpenrose eignet sich auch super als insektenfreundliche Balkonpflanze.

Ginster.
Aus den meisten Gärten ist er verschwunden, obwohl er äußerst wertvoll und insektenfreundlich ist: Der Ginster. Besenginster (bis 200 cm), Färberginster (bis 100 cm), Sandginster (bis ca 40 cm), Kissenginster (bis ca 30 cm), Flügelginster (bis ca 20 cm), Kopf-Zwerggister (bis ca 80 cm), Kopf-Ginster (bis ca 100 cm), Regensburger Zwergginster (bis ca 100 cm) oder englischer Ginster (30 bis 40 cm) – es gibt eine große Auswahl an Ginsterpflanzen in unterschiedlichen Höhe. Insbesondere der Kopf-Ginster blüht ausdauernd vom Frühjahr bis in den späten Sommer. Im naturnahen und insektenfreundlichen Garten lässt er sich wie auf dem Foto gut mit Wildrosen kombinieren. Alle Ginster-Arten sind gut für sehr viele Raupen.

Blumen für den insektenfreundlichen Garten.
Als Unterpflanzung für Sträucher oder als Begleiter im Garten bieten sich zahlreiche schöne Blumen an. Dabei gibt es für jeden Standort sehr insektenfreundliche Blüten in allen erdenklichen Farben und Höhen. Blumen gehören in jeden Garten und auch auf dem Balkon bringen sie viel Freude.





