Der Schwarzweiße Vari (Varecia variegata) gehört zu den Lemuren und lebt in Baumwipfeln der tropischen Regenwälder Madagaskars. Dort spielt er als Bestäuber für den Baum der Reisenden eine große Rolle. Und: Er gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten Madagaskars. Wo er einst großflächig zuhause war, finden sich heute nur noch vereinzelte kleine Flecken, auf die sein Lebensraum beschränkt ist und selbst diese sind in akuter Gefahr.
Wichtiger Bestäuber für den Baum der Reisenden.
Im Wesentlichen ernährt sich der Schwarzweisse Vari von Früchten. Auch Blättern Nektar und Samen kommen hin zu. Für das Ökosystem Madagaskars spielt er eine große Rolle, denn er ist auch ein Bestäuber. Der Wappenbaum Madagaskar – der Baum der Reisenden – wird vom niedlichen Schwarzweißen Vari bestäubt. Aber nicht nur als Wappenbaum ist der Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) wichtig: Er dient auch als Baumaterial im Land wie etwa zum Bau und Abdecken von Dächern.
Mit bis zu 60 cm Kopf-Rumpf-Länge ist der liebenswerte Kletterer und Nektarfan einer der größten Bestäuber der Erde. Zudem hat der Regenwaldbewohner noch eine Besonderheit: Bei den schwarzweißen Varis dominieren die Weibchen. Sie führen die Gruppe zur Nahrung und bekommen vorrangig Zugang zu den Früchten des Regenwaldes.
Schwarzweißer Vari: Vom Aussterben bedroht.
Bis zu 25 Jahre kann der Schwarzweiße Vari in menschlicher Obhut werden. Bewundern kannst du den Lemur im Tierpark in Berlin, wo ein begehbares Gehege – der Variwald – direkte Nähe erlaubt. In Freiheit unterdessen hat der Vari kaum eine Chance, ein hohes Alter zu erreichen.
Bedroht wird der schwarzweiße Vari vor allem von Menschen. Mit einer Größe von etwa 40 bis 60 Zentimetern Rumpflänge gehören sie zu den größten Lemuren auf Madagaskar. Das macht sie zur Beute für Dorfbewohner und vor allem für Wilderer. Diese haben ein leichtes Spiel mit dem Vari, denn er ist für laute Geräusche bekannt und damit leicht auffindbar. Seine eher behäbige Fortbewegung macht ihn ebenfalls zur leichten Beute.
Die schlimmste negative Auswirkung jedoch bringen Brandrodungen mit sich, die den Lebensraum der Tiere zerstören. Auf Madagaskar sind bereits viele Tier- und Pflanzenarten verschwunden. Das Abbrennen der Wälder auf Madagaskar dient häufig der Herstellung von Holzkohle, die zum Kochen verwendet wird. Ein Zugang zu anderen Energiequellen ist gerade für die ländliche Bevölkerung unmöglich, so bleibt die Kohle Energielieferung Nummer Eins, der für die Zerstörung der Umwelt sorgt.
Schätzungen zufolge verschwinden auf Madagaskar jährlich über 200.000 Hektar Wald mit nicht wieder gut zu machendem Schaden. Der Schwarzweiße Vari gehört daher mit zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten – nur noch rund 20 % der ursprünglichen Population sind übrig geblieben. Extreme Armut, die Auswirkungen des Klimawandels mit intensiven Dürren und Tropenstürmen machen dem Land zudem zu schaffen.
Entwicklungshilfe soll Verbesserungen schaffen.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat wegen der Lage in Madagaskar rund 30 Millionen Euro Entwicklugnshilfe zum Aufbau erneuerbauerer Energien zugesagt. Die Voraussetzungen im Land dafür sind günstig: Wasserkraft und Solarenergie sollen die ländliche und arme Bevölkerung in Zukunft mit Strom versorgen. Das gibt Hoffnung für den schwarzweißen Vari – aber auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten wie Schildkröten, Tarzan-Chamäleon, Ringelschwanzmungos, Plattschwanzgeckos, Fossas oder den Lemur Indri.





