Verschiedene Technologien sollen helfen, klimafreundlicher zu werden. Dabei sind Carbon Capture (Abscheidung von CO2), Carbon Storage (Lagerung von CO2) und auch die Verwertung des abgeschiedenen CO2 relevante Themen. Doch was ist das genau und wie funktionieren die Technologien?
Die Zielsetzung von Technologien rund um Carbon Capturing, Carbon Storage und Verwertung von CO2 ist die Verringerung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre, denn dort entsteht das Problem der Erderwärmung. Das CO2 stammt von unterschiedlichen Quellen – aus Kraftwerken, aus industriellen Anlagen, in der Landwirtschaft, bei der Müllentsorgung und im Transportwesen beispielsweise. Alleine deshalb wird es voraussichtlich keine Technologie geben, die in allen Fällen wirksam funktionieren kann. Eine große Landwirtschaftsfläche ist eben nicht mit dem Schornstein eines Kraftwerkes vergleichbar.
Mit dem Carbon Capturing wird das schädliche Kohlendioxid (CO2) aus einem Gasgemisch separiert (abgeschieden) und dann gespeichert. Idealerweise kann es nach der Abscheidung sogar verwertet werden. Grundsätzlich arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure derzeit weltweit an unterschiedlichen Verfahren und Methoden, um unsere CO2-Bilanz zu verbessern und auch an den Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von CO2. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Ansätze – beispielsweise direkt am Ort der Entstehung oder unabhängig vom Ort der Entstehung aus der Luft.

Carbon Capture am Ort der Entstehung.
Wo konzentriert CO2 produziert wird – etwa in Kraftwerken oder in Industrieanlagen bietet sich eine Abscheidung des schädlichen Treibhausgases direkt am Ort der Entstehung an. Insbesondere Kraftwerke erzeugen viel CO2, so dass entsprechend große Mengen anfallen und gar nicht erst in die Luft und dann in die Atmoshäre geraten.
Dauerhafte CO2-Speicherung unter der Erdoberfläche.
Eine Methode zur Speicherung könnte dann die Nutzung unterirdischer Räume sein. Die Regierung Großbritanniens beispielsweise setzt hierfür auf große unterirdische Hohlräume dort, wo einst Öl und Gas zu finden waren, die nun leer sind. Tief unter der Nordsee soll das Kohlendioxid gespeichert werden.

Carbon Capture aus der Luft.
Nicht immer lässt sich CO2 direkt am Ort der Entstehung filtern und speichern. Findige Ingenieure haben eine andere Technologie entwickelt, die in einer Müllverbrennungsanlage in der Schweiz bereits im Einsatz ist. Mit Hilfe von großen Ventilatoren wird die Luft angesaugt und das CO2 heraus gefiltert.
CO2-Speicherung in Tanks und Verwertung von Kohlendioxid.
Am Ende landet das Material bei dieser Technologie in Tanks. Vorteil: Das CO2 kann auf diese Weise weiter verwertet werden. Es gibt dazu zahlreiche Projekte, die auf die Verwertung setzen – etwa die Verwandlung mit Hilfe chemischer Prozesse in einen Kraftstoff. Auch für andere Produkte wie Kühlmittel oder Farbstoffe sind Möglichkeiten für eine Verwertung.
CO2-Speicherung unter der Erdoberfläche in der Kritik.
Eine wirkliche Lösung bietet die Speicherung von CO2 in Hohlräumen tief in der Erde nicht. Vielmehr ist das Verfahren mit Risiken verbunden. Es kann zu Lecks kommen, bei denen das CO2 in den umgebenden Untergrund gerät und dort Schadstoffe freisetzt. Auch der Bau der nötigen Anlagen kann negative Folgen haben – für Tiere, Pflanzen, die Landschaft und die Biodiversität. Methoden zur Überwachung der Folgen gibt es derzeit nicht.
Weiterhin können die Bemühungen um eine Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in keinem Fall die durch Menschen verursachten CO2-Emissionen kompensieren. Alleine im Jahr 2022 hat die Welt rund 40 Milliarden Tonnen davon produziert. Zum jetzigen Zeitpunkt werden aber nur etwa 45 Miollionen Tonnen CO2 mit Hilfe des Carbon Capture und Carbon Storage gebunden. Das ist ein Tausendstel der weltweiten CO2-Emissionen und damit keine sonderlich effiziente Methode. Es kommt hinzu: Die Technologien sind kostspielig. Im Fall der Filterung von CO2 aus der Luft mit Ventilatoren ist zudem der Platzbedarf verhältnismäßig groß und der Betrieb der Anlage benötigt viel Energie.
Die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff ist keine wirkliche Lösung. Die Vermeidung von Treibhausgasen ist daher noch immer das wichtigste Mittel zur Bewältigung des Klimawandels und seiner negativen Folgen.




